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Von Peru zurück nach Chile

Unsere Unterkunft in Arequipa diente uns am Dienstag, den 12. März noch zum Milchreisvorkochen. Danach machten wir uns zu einem kleinen Stadtspaziergang auf. Alex genoss noch einmal Salchipapa (Pommes mit Würstchen) und ein Eis aus Früchten, die es in Deutschland nicht gibt. Wir kamen abschließend an der großen Plaza und am Kloster der Stadt vorbei.

Danach kauften wir von unserem letzten Peruanischen Geld groß im Supermarkt Lebensmittel ein. Weit außerhalb der Stadt fanden wir zwischen hohen Bergen einen Schlafplatz. Die Nacht mit viel Nebel brach herein, es gab dazu einen warmen Matetee und zum Abendbrot Milchreis mt Blaubeeren und Ananas.

Nach einer wunderbar ruhigen und sehr erholsamen Nacht fuhren wir drei Stunden durch schroffe Berge und Täler mit Olivenhainen und Weingütern, bis wir die Stadt Tacna erreichten.

Tacna fiel nach dem Pazifischen Krieg 1880 an Chile. Doch die Bürger der Stadt entschieden Jahrzehnte später in einer Volksabstimmung, lieber zu Peru gehören zu wollen. Natürlich ist Tacna dadurch der ganze Stolz Perus. Das hübsche Stadtzentrum ziert auch ein großer Bogen, der an diese Zeit erinnert.

Am Plaza bestaunten wir auch noch eine große Kathedrale.

Auf dem Weg zur Grenze aßen wir unser letztes Gemüse und den leckeren Käse vom Markt in Ariquipa auf und waren nun bereit für den Grenzübergang nach Chile. Zum ersten Mal und mit viel Unverständnis unsererseits mussten wir dazu extra ein Formular kaufen, um aus Peru aus- bzw. nach Chile einreisen zu können. Nachdem viel Schreibkram und harte Kontrollen mit Durchleuchten all unserer Taschen und Durchsuchen unserer Lebensmittel geschafft waren, hatten wir sechs Stempel zusammen und konnten wieder in unserem Startland Chile einreisen. Seit dem 1. Januar waren wir nicht mehr dort gewesen. Mit dem Grenzübertritt sind wir wieder nur noch vier Stunden von der deutschen Zeitzone entfernt, die Sonne geht später unter und die Infrastruktur ist deutlich besser. Preis dafür sind die deutlich höheren Preise in Chile. Na ja, dann kochen wir einfach wieder öfter selbst.

Wir sahen uns als erstes die Hafenstadt Arica an. Von dort aus verschifften die Spanier ab dem 16. Jahrhundert die Silberfunde aus den Minen von Potosi/Bolivien nach Europa. Arica blieb im Gegensatz zu Tacna 1929 bei Chile. Die Streitigkeiten der vergangenen Jahrhunderte sind jedoch heutzutage vergessen und der Grenzübergang zwischen den beiden Städte wird nun als Linie der Harmonie bezeichnet.

Auf der großen Plaza von Arica steht die putzige gotische Kathedrale von San Marcos. In den 1870er Jahren wurde die gusseiserne Kirche in Paris von Alexandre Gustave Eiffel gefertigt und anschließend nach Arica verschifft.

Er entwarf zudem das heutige Kunstzentrum der Stadt. Es wurde 1874 aus Holzblöcken, Ziegeln und einer Metallhalterung in Arica aufgebaut und diente seinerzeit als Zollhaus. Als wir es uns ansahen, wurde es gerade renoviert.

Danach fuhren wir zum Aussichtspunkt El Morro de Arica. Von dort oben hatten wir einen tollen Blick über die Stadt und ihren großen Hafen. Letzterer ist nach der größe zu urteilen noch heute ein bedeutender Umschlagsort für Ware aus aller Welt.
Am Aussichtspunkt stand wieder eine große Jesusfigur und eine riesige Chilenische Flagge.

Langsam sank die Sonne am Horizont und wir parkten außerhalb der Stadt neben einem alten Gebäude. Dort kochten wir uns einen scharfen Bohneneintopf zum Abendbrot.

Als die Dunkelheit hereinbrach, sahen wir im Auto noch eine Folge True Detectiv. Auf einmal rumpelte es im Motorraum und zwei kleine Augen eines Mäuschen blinzelten uns durch die Windschutzscheibe an. Wir beschlossen sie dort ohne uns schlafen zu lassen, fuhren noch ein bisschen und fanden einen Schlafplatz auf dem Parkplatz eines Stadtstrands.

Donnerstagvormittag führte uns unsere Route auf der Panamericana vorbei am Kunstwerk Presencias Tutelares, das an die ursprüngliche Besiedelung dieses Landstrichs erinnern soll.

Am Nachmittag erreichten wir die laut Reiseführer weltweit größte Abbildung eines Menschen. El Gigante de Atacama (der Riese von Atacama) ist 86 m hoch und stellt wohl einen mächtigen Schamanen dar. Er soll um 900 nach Chr. entstanden sein.

Ein paar Kilometer weiter gelangten wir in die Geisterstadt Humberstone. Die Bergbausiedlung inmitten von Bergen und heißem Wüstensand erblühte in der Zeit als synthetisches Nitrat als Dünger noch nicht erfunden war. 1872 gegründet, wurden aus den umgebenen Bergen Salpeter abgebaut und als Düngemittel um die halbe Welt und ganz besonders nach Europa verschifft.

Neben normalen Wohnhäusern der Bergarbeiter, einer Schule, Sportplätzen und einer Kirche entstanden Anfang des 20. Jahrhunderts auch ein Hotel, ein Pool und ein Theater. Dort sollen internationale Stars aufgetreten sein.

Pool

Mit der Erfindung des chemisch hergestellten Düngemittels erlosch jedoch der Prunk und Glanz der Stadt. So verloren im Jahr 1960 3.000 Arbeiter ihren Job und die Stadt wurde zur Geisterstadt.

Seit 2005 gehört die Siedlung zum UNESCO-Welterbe. Viele Häuser sind bereits restauriert und mit Möbelstücken, Geschirr oder sogar Figuren lebhaft gestaltet. Wir mussten an das schöne Museumsdorf im Hessenpark denken, dass wir schon zweimal mit unseren Freuden Kerstin und Sven besucht haben.

Im ehemaligen Hotel hatten wir das Gefühl, dass es etwas spukt. Der Dielenboden knarrte und die Türen fielen wie von Geisterhand zu und gingen von allein wieder auf. Neben den Gebäuden gibt es auch noch eine informative Ausstellung über die Geschichte da Salpeter-Abbaus und den Alltag der Arbeiter.

Das Museum hatte uns mit all diesen neuen Eindrücken ziemlich überwältigt. Wir fuhren danach auf dem schnellsten Weg in die Stadt Iquique. Dort füllten wir auf dem Markt unsere Obst- und Gemüsebestände wieder auf und dann ging es zum Essen in die Innenstadt. Wir erwischten sogar eine kleine Bar, in der sie für uns das Europa-League Rückspiel Eintracht Frankfurt gegen Inter Mailand anschalteten. Alex war begeistert. Umso mehr, da die Eintracht sensationell siegte. Freudestrahlend erkundeten wir anschließend die hübsche Innenstadt mit großem Uhrenturm und vielen schick hergerichteten Häusern auf der Plaza.
Die Seitenstraßen in der Altstadt waren von Holzhäusern wie aus dem Wilden Westen gesäumt.

Neben einer Kolonie von Pelikanen fanden wir am Abend einen ruhigen Schlafplatz an einer steinigen Küste südlich von Iquique.

Am Freitag, den 15. März fuhren wir weiter südlich auf der Suche nach einem schönen Sandstrand und fanden einen ganz für uns allein. Wir entschieden, das Autofahren für diesen Tag sein zu lassen und uns am Strand auszuruhen. Zum Mittag gab es eine Suppe mit Roter Bete, Grünen Bohnen, Möhren, Paprika, Zwiebeln und Knoblauch aus dem tags zuvor gekauften Gemüse.

Wir gingen mehrmals im hier nicht ganz so wilden Pazifik baden, machten einen Mittagsschlaf und lasen im Reiseführer.

Im Meer schwammen neben uns Roben und vereinzelte Delfine. Obwohl der Tag etwas wolkenverhangen war, hatten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Auch am Samstagmorgen sahen wir Robben und Delphine im Ozean hüpfen. Auch einige Algensammler kamen vorbei. Sie verarbeiten aus Algen keine Lebensmittel, sondern verkaufen sie weiter an Händler, die den asiatischen Markt bedienen. In China nutzt man Algen als Zusatzstoffe für Kosmetikartikel und Shampoo.

Danach rollten wir wieder landeinwärts in die Bergstadt Calama. Dort hatten wir online eine Nacht in einem günstigen, aber gut bewerteten Hostel reserviert. Aber als wir ankamen, waren alle Zimmer belegt und wir bekamen dafür ein Zimmer in einem nahegelegenen Boutique Hotel mit Pool für den gleichen Preis. Mannomann, haben wir ein Glück!

Am Sonntag geht es tiefer in die Atacama-Wüste hinein, wo wir uns in den kommenden Tagen Geysire, Lagunen und den Ort San Pedro de Atacama ansehen wollen.

Hier könnt ihr nachverfolgen, wo wir schon waren und gerade sind: https://www.polarsteps.com/AlexEcke/1155771-sudamerika

2 Kommentare

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Ihr Lieben!Diesmal hattet Ihr ein paar schöne Urlaubstage!Wir hoffen,die Wüste wird nicht allzu anstrengend. Weiter viel Glück mit der schönen Reise. Ganz liebe Grüße von der Familie

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